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	<title>Erfahrungsberichte Archive - Wildvogelrettung e.V.</title>
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	<description>Kümmert sich um verletzte und verwaiste Wildvögel.</description>
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		<title>Krähenvögel: Wer hat Angst vorm schwarzen Vogel?</title>
		<link>https://www.wildvogelrettung.de/2022/07/05/kraehenvoege/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Hilgers]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Jul 2022 09:01:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mystisch, faszinierend, intelligent oder aasfressend, unheilverkündend und räuberisch... all diese Attribute werden Krähenvögeln – je nach Haltung zu eben selbigen – zugesprochen. Was ist dran an alten Weisheiten und der üblen Nachrede?<br />
Eine für viele Leser überraschende Erkenntnis gleich mal zu Anfang: Alle Krähen, Raben und deren Anverwandte sind Singvögel!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wildvogelrettung.de/2022/07/05/kraehenvoege/">Krähenvögel: Wer hat Angst vorm schwarzen Vogel?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wildvogelrettung.de">Wildvogelrettung e.V.</a>.</p>
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	<p><span style="color: #333333;"><span style="font-family: Arial, serif;">Krähenvögel: </span></span><span style="color: #333333;"><span style="font-family: Arial, serif;">Wer hat Angst vorm schwarzen Vogel?</span></span></p>
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		<h3 class="fl-heading">
			<span class="fl-heading-text">Mystisch, faszinierend, intelligent oder aasfressend, unheilverkündend und räuberisch... all diese Attribute werden Krähenvögeln – je nach Haltung zu eben selbigen – zugesprochen. Was ist dran an alten Weisheiten und der üblen Nachrede?</span>
	</h3>
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		<div class="fl-rich-text">
	<p>Eine für viele Leser überraschende Erkenntnis gleich mal zu Anfang: Alle Krähen, Raben und deren Anverwandte sind Singvögel!</p>
<p>In unserer näheren Umgebung sehen wir hauptsächlich Raben- und Saatkrähen – wobei letztere schon weniger werden – sowie Dohlen, Elstern und Eichelhäher. Den „richtigen“ Raben, den Kolkraben (Corvus corax), haben wir Menschen an den Rand der Ausrottung gebracht.</p>
<p>Seine Bestände erholen sich seit geraumer Zeit, aber mancher vogel-interessierte Beobachter muss lange Reisen unternehmen und viel Geduld an den Tag legen, um einen Kolkraben zu sehen...</p>
<p><strong>Unser Niederrheinisches Gebiet ist letzte Bastion der Dohlen.</strong> In der Tat ist es so, dass Auffangstationen und aufmerksame Beobachter sowie zahlreiche Biologen für den Rest Deutschlands nur noch rückläufige Zahlen für die Dohle angeben können.</p>
<p>Oft hört man trotzdem Aussagen wie</p>
<h3><em>„Also die Dohlen, Krähen und Elstern werden ja immer mehr, die plündern Vogelnester, verstopfen Kamine und nehmen überhand...:“</em></h3>
<p>Wir wollen jetzt keine Zahlen wälzen und die unterschiedlichen Studien zum Thema befragen, denn das wird auf vielen anderen Web-Sites zu genüge getan. Gehen wir die Sache einfach mal logisch, also mit dem berühmten klaren Verstand an:</p>
<p>Als ich jung war (und trotz anders lautender Aussagen meines direkten Umfeldes ist das noch nicht soooo lange her), saßen Krähen, Dohlen und andere Vertreter der Rabevögel tatsächlich zuhauf auf den Äckern, Sie folgten den Erntemaschinen und sammelten dabei je nach Gusto Sämereien oder aufgescheuchte Insekten ein.</p>
<p>Für eine gestandene Krähe gab es in Stadtnähe weder interessantes Futter noch andere Gründe, sich in die gefährliche Welt der Menschen zu trauen...<br />
Durch immer effizientere Mähdrescher und „optimierte“ Insektizide ist jedoch der Acker für die Krähe zum geräuberten Büffet geworden. Längst geben die Flächen keine ausreichende Nahrungsgrundlage für die schwarzen Gesellen mehr her.</p>
<p>Also hat sich die Krähe den anderen Kulturfolgern wie Amsel und Meise angeschlossen und ist den kleinen Vögeln in die Stadt gefolgt, um sich dort am reich gedeckten „Abfall“-Tisch zu bedienen. Und da ist sie nun und kommt daher vielen Menschen in ihren Beständen gewachsen vor. Dabei hat lediglich eine Umverteilung stattgefunden.</p>
<h3>
Nun zu den Vorurteilen:</h3>
<p><strong>Ja, Dohlen bauen Nester gerne in Kamine.</strong> Und das kann zur Gefahr für alle Beteiligten führen. Dem Menschen bekommt das durch den verstopften Kamin nicht entweichende Kohlenmonoxid eher schlecht, während die Dohle im Kamin entweder selbiges Schicksal erleidet oder erbärmlich gegrillt wird.</p>
<p><strong>Einfache Lösung:</strong> Dohlengitter vom Schornsteinfeger anbringen lassen und einen Nistkasten an den Kamin hängen. So ist die friedliche Koexistenz der gefiederten Nachbarn mit dem Menschen ungefährlich für alle.</p>
<h3>
<em>Elstern und Raben(krähen) klauen Edelmetall und Dinge die aus diesen gefertigt sind.</em></h3>
<p><strong>Jein!!!!</strong> Alle Vögel stehen auf Glitzerzeug – sogar Amseln erbeuten hin und wieder einen Ohrring oder andere unbewachte Schmuckstücke. Da kommt wohl das Mädchen im Vogel durch ... Fakt ist jedoch: Weder eine noch mehrere Elstern oder Krähen werden Sie ums Familienerbe bringen. Besteck ist viel zu schwer und alles andere hat draußen (unbewacht) eh nichts zu suchen.</p>
<h3>
<em>Rabenvögel gefährden die Bestände unserer kleinen Singvögel.</em></h3>
<p>Da kommen selbst wir nicht um die Zahlen und Studien drum herum. Unterschiedliche Forscher kommen zu Ergebnissen zwischen einem und zehn Prozent, zu denen die Nahrung der Rabenvögel aus Eiern und Jungvögeln bestehen soll. Das mag sein, ist aber auch natürlich und von der Natur so einkalkuliert und geplant.</p>
<p>Nicht planen konnte die Natur Unwägbarkeiten wie Glasscheiben, schnell fahrende Autos und (ja, leider auch) Hauskatzen mit schier unersättlichem Appetit. Alleine Hauskatzen kosten den Vogelbestand deutschlandweit jährlich Millionen Vögel – da muss die Elster lange stricken, um dahin zu kommen.</p>
<h3>
<em>Rabenkrähen und Raben töten neugeborene Lämmer und Kälber.</em></h3>
<p><strong>Das ist nun wirklich kompletter Unsinn,</strong> der auf uralten Ammenmärchen basiert, die jeglicher Grundlage entbehren. Raben und Rabenkrähen lauern allenfalls auf Totgeburten, Nachgeburten und andere Reste, niemals wurde bis dato belegt, dass sie gesund geborene Jungtiere töten und verspeisen. Krähenvögel gehören zur Gesundheitspolizei der Natur und beseitigen Kadaver und Reste. Und das macht Sinn, denn so werden Bakterienherde und Krankheiten vermieden.</p>
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	<div class="fl-module-content fl-node-content">
		<div class="fl-rich-text">
	<blockquote><p><span style="font-size: 24px;">Man sollte die überaus schlauen Vögel keineswegs unterschätzen. Erfreuen Sie sich deren Anblick doch einfach und nehmen Sie sich die Zeit, die (überwiegend) schwarzen Gesellen zu betrachten und in ihrem schlauen Handeln und oft auch lustigem Spiel zu beobachten.</span></p></blockquote>
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		<title>Eulen und Greifvögel – die besonderen Patienten</title>
		<link>https://www.wildvogelrettung.de/2022/07/05/eulen-und-greifvoegel/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Hilgers]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Jul 2022 08:33:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eulen und Greifvögel – die besonderen Patienten<br />
Auch die Herrscher der Lüfte und die Jäger der Nacht brauchen hin und wieder Hilfe. Verletzt, verwaist oder abgestürzt werden sie aufgefunden. Dann ist guter Rat teuer. Gerade im Fall einer Verletzung ist es wichtig, den passenden Tierarzt zu finden. Auf der Website vogeldoktor.de sind einige Tierärzte nach PLZ gelistet, aber es schadet auch nicht, beim Tierarzt des Vertrauens um Rat zu fragen, da dieser oft Kollegen kennt, die helfen können.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wildvogelrettung.de/2022/07/05/eulen-und-greifvoegel/">Eulen und Greifvögel – die besonderen Patienten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wildvogelrettung.de">Wildvogelrettung e.V.</a>.</p>
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	<p>Eulen und Greifvögel – die besonderen Patienten:</p>
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		<div class="fl-rich-text">
	<p>Auch die Herrscher der Lüfte und die Jäger der Nacht brauchen hin und wieder Hilfe. Verletzt, verwaist oder abgestürzt werden sie aufgefunden. Dann ist guter Rat teuer. Gerade im Fall einer Verletzung ist es wichtig, den passenden Tierarzt zu finden.</p>
<p>Auf der Website <a href="http://vogeldoktor.de/" target="_blank" rel="noopener">vogeldoktor.de</a> sind einige Tierärzte nach PLZ gelistet, aber es schadet auch nicht, beim Tierarzt des Vertrauens um Rat zu fragen, da dieser oft Kollegen kennt, die helfen können.</p>
<p>Für Mönchengladbach und Umgebung gilt unsere klare Empfehlung mit Eulen und Greifvögeln zur Tierarztpraxis Vaupel nach Rommerskirchen zu fahren. Denn nicht nur die Praxisinhaberin Alexa Vaupel, sondern auch ihre Mitarbeiter sind absolute Vogelexperten.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<div class="fl-rich-text">
	<p>Denn, das muss jeder Finder unbedingt auf dem Schirm haben:</p>
<blockquote><p><strong><span style="font-size: 24px;">Eulen und Greifvögel sind streng geschützt und sollten grundsätzlich in fachkundige Hände.</span></strong></p></blockquote>
<p>Was kaum jemand weiß, gerade Eulen und Käuze neigen extrem zu Fehlprägungen. Wenn sie ohne entsprechende Vorsicht aufgezogen werden, sind sie schneller zahm als jeder Rabenvogel. Und das heißt dann, nicht „wildbahnfähig“, also nicht für ein Leben in Freiheit geeignet. Darum ist es wichtig, im Angesicht der heroisch wirkenden Altvögel und niedlichen Federbällchen-Jungvögeln, den Verstand und nicht das Herz entscheiden zu lassen und die Patienten in fachkundige Hände zu geben.</p>
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</div><p>Der Beitrag <a href="https://www.wildvogelrettung.de/2022/07/05/eulen-und-greifvoegel/">Eulen und Greifvögel – die besonderen Patienten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wildvogelrettung.de">Wildvogelrettung e.V.</a>.</p>
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		<title>Der Weihnachtsbussard</title>
		<link>https://www.wildvogelrettung.de/2022/07/04/weihnachtsbussard/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Hilgers]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Jul 2022 12:53:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Diese Geschichte ist etwas länger her, aber sie ist einfach erzählenswert, weil sie davon zeugt, was Menschen auf sich nehmen, um ein Tier zu retten.<br />
Heiligabend, später Nachmittag, irgendwann in der 2000er Jahren, es hat starker Schneefall bei uns am Niederrhein eingesetzt und wer kann, bleibt zuhause und genießt das Weihnachtsfest...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wildvogelrettung.de/2022/07/04/weihnachtsbussard/">Der Weihnachtsbussard</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wildvogelrettung.de">Wildvogelrettung e.V.</a>.</p>
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	<p>Der Weihnachtsbussard:</p>
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			<span class="fl-heading-text">Diese Geschichte ist etwas länger her, aber sie ist einfach erzählenswert, weil sie davon zeugt, was Menschen auf sich nehmen, um ein Tier zu retten.</span>
	</h3>
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	<p>Heiligabend, später Nachmittag, irgendwann in der 2000er Jahren, es hat starker Schneefall bei uns am Niederrhein eingesetzt und wer kann, bleibt zuhause und genießt das Weihnachtsfest. Ich bin in den Vorbereitungen zu einem festlichen Abendessen, welches ich mit meinem Lebensgefährten, meinen Eltern und meiner Schwester genießen möchte. Das Telefon klingelt und eine Frau aus einer Stadt, knappe 20 Kilometer entfernt, schildert mir, dass sie seit Tagen einen Bussard in ihrem Garten beobachtet, der offensichtlich gesundheitliche Probleme hat. Diverse Einfangversuche der örtlichen Feuerwehr und anderer Tierschützer seien bis dato missglückt.</p>
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	<div class="fl-module-content fl-node-content">
		<div class="fl-rich-text">
	<p>Nun aber, ausgerechnet am Heiligen Abend läge der Bussard komplett entkräftet auf ihrer Terrasse und an den Federn bilden sich schon Eiskristalle. Auf meine Bitte hin, schnappt ihr Mann sich den inzwischen wehrlosen Vogel und setzt ihn in einen Karton, den er dann in einen moderat warmen Raum stellt. Aber nun beginnt das gemeinsame Grübeln, ich kann weder das Essen ruinieren noch mit meinem eher sportlich ausgelegten Auto bei diesen Straßenbedingungen den Vogel selbst abholen. Recht ähnlich ist die Situation bei den Findern.</p>
<p>Also habe ich spontan die Taxi-Zentrale des Fundortes angerufen und der Dame, die dort ihren Dienst tat, die Situation geschildert. Die Antwort war ebenso lustig wie erleichternd: „Wissen sie was, das ist doch endlich mal Abwechslung an einem eher langweiligen Abend in meinem Job. Ich habe gerade einen Mitarbeiter auf Tour, der so tier-verrückt ist, dass er den Transport bestimmt auf sich nimmt, egal wie die Straßenverhältnisse sind. Geben sie mir Abhol- und Lieferadresse, wir kriegen das hin.“</p>
<p>Insgesamt mussten wir uns fast zwei Stunden in Geduld üben, aber plötzlich klingelte es und ein aufgeregter Mann stand vor der Tür. Der Karton sei in seinem Wagen, aber er glaube nicht, dass der arme Vogel noch lebt. Wir haben ihn gemeinsam reingebracht und tatsächlich war noch Leben in dem unterkühlten, abgemagerten Bussardweibchen. Da meine Schwester zu dieser als Soldatin im medizinischen Bereich tätig war, war sie – da wir keinen Tierarzt zur Verfügung hatten - die einzige medizinische Hoffnung für den Bussi.</p>
<p>Wir haben uns kurz beratschlagt und beschlossen, ihn langsam aufzuwärmen, denn so kennt man es aus der Humanmedizin. Dazu, da wir keine lange Ursachenforschung betreiben konnten, haben wir ein Antibiotikum (ebenfalls aus der Humanmedizin) in der Dosis auf sein Gewicht runtergerechnet und ihm eine Infusion für den Flüssigkeitshaushalt gesetzt. Aufgrund der schon länger vereisten Felder in der Umgebung befanden sich zu dieser Zeit bereits zehn weitere Bussarde als Hungeropfer auf unserer Station, denn der Nahrungserwerb, also Mäusefang, war schier unmöglich.</p>
<p>Wir haben dann unseren Weihnachtsbussi auf eine lauwarme Heizdecke gelegt und zugedeckt. So lag er nun im großen Untersuchungsraum, der aufgrund des Ansturms an hungrigen Bussarden zum Krankenzimmer umfunktioniert war. Mehr konnten wir nicht tun, also ging es wieder in den Wohnbereich, wo wir uns ans Abendessen machten. Später, zwischen Hauptgang und Nachtisch, habe ich mich entschlossen, kurz nach unserem Patienten zu sehen.</p>
<p>Schon auf dem Weg dahin, kreisten in meinem Kopf die Gedanken, wie ich die zu erwartende schlechte Nachricht nicht nur meiner Familie, sondern auch den Findern überbringe. Natürlich müssen wir solche Nachrichten öfter verkünden, aber gerade an Weihnachten und mit der halsbrecherischen Tour des Taxifahrers, bedrückte mich die Situation mehr als sonst.</p>
<p>Ich war der festen Überzeugung, dass der arme Kerl es einfach nicht schaffen konnte, er war so dünn und kalt als er ankam, dass an eine Umkehr des eindeutig eingeleiteten Sterbeprozesses aus meiner Sicht nicht zu denken war.</p>
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		<div class="fl-rich-text">
	<p>Und dann geschah mein bis heute schönstes Weihnachtswunder:</p>
<h3>Mitten im Zimmer, selbstständig aus seinem Wärmebett gekrabbelt, stand aufrecht unser Weihnachtsbussard und starrte ebenso misstrauisch wie aufmerksam zu mir rüber.</h3>
<p>Vollkommen überwältigt und unfassbar glücklich habe ich den Futterkühlschrank aufgerissen und statt Nachtisch für meine Familie erstmal ein leicht verdauliches Weihnachtsessen für den Bussard gezaubert.</p>
<p>Nach so einer langen Hungerphase ist es für den Greifvogelorganismus einfacher, sogenanntes schieres Fleisch, also fettarm, ohne Knochen und Fell, zu verstoffwechseln. Ich erspare dem Leser die Details. Beim Servieren wurde direkt klar, wie ausgehungert der Vogel war, denn ohne große Scheu machte er sich noch in meinem Beisein über die erste Portion her.</p>
<p>Wir haben uns dann noch die Zeit genommen, die Finder anzurufen und ihnen die guten Neuigkeiten zu schildern. Natürlich mit verhaltenem Optimismus, denn über den Berg war der Bussard noch lange nicht. Die Freude war trotzdem groß und sie erzählten mir, dass ihre Kinder vor lauter Aufregung und Sorge um den Bussard, bis dato auf die Bescherung verzichtet hatten und stattdessen unter dem Weihnachtsbaum saßen und für den Vogel gebetet hatten.</p>
<p>Auch wenn ich zwei Generationen zurück ausländische Wurzeln habe, ist meine Familie im Herzen urniederrheinisch und somit wurde bei uns zu Ehren des Bussards ordentlich das Glas gehoben. Wir haben so lange und heftig gefeiert, dass der Vogel sein Frühstück am ersten Weihnachtstag von einer extrem verkaterten Servicekraft, also mir, kredenzt bekam. Schlussendlich hat das Bussardweib zwei Wochen benötigt, um wieder zu Kräften zu kommen und in einer Voliere die Muskulatur aufzubauen.</p>
<p>Die anschließende Freilassung am Fundort wurde von der Familie der Finder sowie vielen Nachbarn und Nachbarskindern begleitet. Die inzwischen schnee- und eisfreien Felder waren wieder als mäuse-jagd-tauglich zu bezeichnen und das sich bessernde Wetter lies es zu, dass die Bewohner der kleinen Seitenstraße am Feld regelmäßig Spaziergänge machten und unser Bussardweibchen weiterhin beobachten konnten.</p>
<blockquote><p>Fazit: <strong>Es ist immer schön, Menschen kennenzulernen, die bereit sind, Tiere zu retten und auch mal ungewöhnliche Einsätze zu machen.</strong> Und es ist schön, wenn am Heiligen Abend der Grund für ein, zwei Gläser zu viel mit dem Taxi gebracht wird und man sich nicht selbst drum kümmern muss, ihn zu finden.</p></blockquote>
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</div><p>Der Beitrag <a href="https://www.wildvogelrettung.de/2022/07/04/weihnachtsbussard/">Der Weihnachtsbussard</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wildvogelrettung.de">Wildvogelrettung e.V.</a>.</p>
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