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Dohlenprojekt

Dohle mit Flügelverletzung
Dohle mit Flügelverletzung

In der Nacht vom 23.06. auf den 24.06. 2016 gab es im Kreis Heinsberg sowie in Mönchengladbach und Umgebung ein Hagelunwetter, welches wir so noch nicht erlebt haben. Besonders betroffen waren die ortsansässigen Dohlen.

Diese Vögel schlafen in großen Kolonien auf Laubbäumen. Die riesigen Hagelkörner schlugen auf die fast ungeschützten Vögel ein und katapultierten sie zu Boden. Die teils schwerstverletzten Tiere lagen danach durchnässt, unterkühlt und mit enormen Schmerzen hilflos auf dem Boden. Nächtliche Räuber wie Katzen und Marder hatten ein leichtes Spiel. Im Morgengrauen kamen zudem die tagaktiven, natürlichen Feinde wie Greifvögel hinzu. Antonia vom Tierrefugium Wegberg barg im Laufe des Vormittags mit ihren Helfern in der Kolonie an der Erkelenzer Hauptschule dutzende Tote, aber auch überlebende Tiere. Die Mitglieder der Wildvogelrettung bargen die verletzten Dohlen in der Nähe des Erkelenzer Bahnhofs. Teils waren die armen Geschöpfe extrem schwer verletzt. Komplizierte (Trümmer-)Brüche an Flügeln und Beinen, Schädel-Hirn-Traumata sowie Verletzungen an den Augen bis hin zu deren Verlust. Den Helfern und unserem Unterstützer TA Doktor Burkard Sudhoff bot sich ein grausiges Bild. Neben den Dohlen wurde eine Waldohreule eingeliefert, deren Oberarmknochen regelrecht pulverisiert waren. Dr. Sudhoff hat am OP-Tisch wahre Wunder vollbracht. Es mussten zwar immer noch etliche Vögel von ihrem Leid erlöst werden, viele andere jedoch wurden soweit wieder hergestellt, dass sie nach drei bis vier Wochen ausgewildert werden konnten.

Und einige wandelten auf dem Grat dazwischen. Beim Anblick des Lebenswillen dieser Vögel kam uns eine Idee. Da wir davon ausgehen, dass auf je 100 Altvögel, die dieses Jahr starben, 300 Jungvögel im nächsten Jahr fehlen werden, ist die Dohlenpopulation schwer getroffen worden. Auch wenn viele Menschen der Meinung sind, das es immer noch eine große Anzahl an Dohlen gibt, täuscht dies gewaltig. In Deutschland sind die Zahlen deutlich rückläufig, lediglich hier am Niederrhein ist die letzte Bastion der schwarzen Gesellen.

Unser Ziel ist es ein Zuchtprogramm mit den behinderten, nicht mehr auswilderungsfähigen Dohlen, ins Leben zu rufen. Dieses soll auf der MonRo Ranch stattfinden. Antonia Greco als Vereinsvorsitzende hat uns dort genug Platz zur Verfügung gestellt, um zwei Volieren zu bauen. Eine dient als Zuhause für die gehandicapten Tiere, die andere zur Auswilderung des hoffentlich im nächsten Frühjahr anstehenden Nachwuchses . Neben der Unterstützung durch das „Komitee gegen den Vogelmord“ durch Beringung dieser Tiere, benötigen wir für das Vorhaben Spenden aller Art. Diese können sowohl finanzieller Natur als auch in der Materialbeschaffung liegen oder aber in praktischer Form (wie Bauhilfe) stattfinden.

Wir benötigen jegliche Hilfe, um den Dohlen in unserer Region wieder auf die Sprünge zu helfen. Vielleicht schaffen wir es gemeinsam, ihre Ausbreitung (auch über den Niederrhein hinaus) zu vergrößern und dazu beizutragen, dass noch etliche Generationen dieser extrem klugen Vögel uns mit ihrer Intelligenz beeindrucken und mit ihrem Erfindungsreichtum und Spieltrieb immer mal wieder zum Schmunzeln zu bringen...

Mit vielem lieben Dank

Ihr Team von der Wildvogelrettung